In Zusammenarbeit mit ehemaligen Süchtigen entsteht aus Fotos, Bildern und Kurztexten die Collage “Gravity“. Es ist eine Art fotografisches Interview, das aber keine persönlichen Lebensgeschichten erzählt. In assoziativen Bildern, die aus 3 Sequenzen bestehen, bekommt der Betrachter Raum zum Verweilen und zur Sensibilisierung mit dem Thema Drogen und Sucht.

Die Sequenzen mit dem Titel “Ich bin ein Alien“, “Welche Farbe hatte mein Rausch“ und “Hoffnung“ befassen sich mit dem Einstieg, der aktiven Sucht und der Zeit danach.

Die Betroffenen geben Einblicke in ihr Leben, in das sich “falsch, fremd, anders und ungenügend fühlen“. In die Zeiten des Rauschs, Ernüchterung und Absturz, die oft nur noch bruchstückhaft in Erinnerung sind.

Das wichtigste ist die Zeit danach, das Clean bleiben. Dabei hat sich gezeigt, dass Hoffnung eine der stärksten universellen Kräfte für eine Veränderung ist. Es sehr schwer ist, einen Ausstieg zu erreichen wen nicht gesehen wird, das es möglich ist ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben ohne Drogen zuführen. Die Bilder und Texte der cleanen Süchtigen sollen dazu neue Impulse geben.

 

Ich bin ein Alien

Die Sequenz behandelt quasi den Einstieg zur Sucht. Dabei soll das sich fremd oder anders fühlen genauer betrachtet werden. Dies bezieht sich auf sowohl auf den gesellschaftlichen Optimierungsdruck als auch auf familiäre Werte. Was passiert in dieser Zeit? Wird das anders sein als kreative Kraft gefördert oder sanktioniert? Wo kann die Droge anknüpfen, wenn man das Gefühl hat, den Anforderungen in Schule, Beruf, Beziehung und Familie nicht zu genügen, falsch zu sein? Gerade Chrystal Meth unterdrückt nicht nur negative Gefühle sondern löst beim ersten Nehmen einen Aktivitätsschub verbunden mit einer starken Euphorie aus.
Welche Farbe hatte mein Rausch?

Diese Sequenz behandelt die Zeit während der aktiven Sucht. Es gibt schockierende Bilder von Chrystal Meth Abhängigen in verwahrlosten Wohnungen. Schockbilder wie auf Zigarettenpackungen. Wieviele hören deshalb auf zu rauchen?

Der Rausch, die Ernüchterung und der Absturz: die jeweiligen erlebten Stimmungen sollen über Farben (warm/kalt), Licht (grell/düster) Räume (öffentlich/privat/) Orte (urban/ländlich/Natur) in assoziativen Bildern erarbeitet werden.

Hoffnung

Die dritte Sequenz befasst sich mit dem Ausstieg aus der Drogenzeit. Hoffnung ist eine der stärksten universellen Kräfte für eine Veränderung. In Gesprächen mit abstinenten Süchtigen hat sich gezeigt, dass es sehr schwer ist, einen Ausstieg zu erreichen, wen nicht gesehen wird, das es möglich ist ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben ohne Drogen zuführen. Der “Bottom up“ ist nur bedingt Antrieb, gerade bei Süchtigen mit dem Grundgefühl des Urmisstrauens ist die eher monologische Hoffnungslosigkeit und das Verhaftet sein in einer ungelösten Krise dominierend.